Klimawandel und Klimaflucht: Was hat mein Strom damit zu tun?

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Was hat mein Strom mit Klimawandel und Klimaflucht zu tun?

Lieber Leserin, lieber Leser,

97 % der Klimaexperten sind sich mittlerweile einig: Die Klimaerwärmung durch den CO2 Ausstoß ist menschengemacht. Ich frage mich: Bin auch ich für den Klimawandel verantwortlich? Wodurch trage ich zum CO2 Ausstoß bei? Was kann ich ändern?

Du erfährst hier,

  • einige unrühmliche Fakten zum CO2 Ausstoß von Deutschland durch Kohleverstromung
  • welchen Einfluss Du selbst in der Wirkungskette Klimawandel und Klimaflucht hast, und zwar am Beispiel der von Dir gewählten Stromart
  • was Du tun kannst, um jährlich einige Hundert Kilogramm CO2 zu vermeiden. Bei Familien und erst recht bei Unternehmen ist sogar das zigfache möglich.

Die Wirkungskette CO2 Ausstoß – Klimawandel – Klimaflucht begreifen

Jeder von uns benötigt Strom und erzeugt auch dadurch CO2 Emissionen. Sofern Du noch konventionellen Strom nutzt, verursachst Du durch die in Deutschland noch dominante Stromgewinnung durch Kohleverbrennung immense CO2 Emissionen, die zur Klimaerwärmung beitragen und auch zur Klimaflucht. Dieser Zusammenhang ist den meisten wahrscheinlich nicht bewusst.

Dabei kann jeder, ob privater Nutzer oder Unternehmen, sehr leicht den durch Stromverbrauch erzeugten CO2 Fußabdruck verringern.

Die globale Erwärmung ist ein Fakt: Die Polkappen schmelzen, das Grönlandeis auch, der Meeresspiegel steigt. Extremwetter und Naturkatastrophen werden immer häufiger. Land wird unbewohnbar. Menschen verlieren ihr Zuhause und flüchten.

Deutschland selber ist vom Klimawandel noch eher wenig betroffen. Millionen von Menschen in Afrika und Asien hingegen spüren die Klimawandelfolgen sehr wohl, hautnah am eigenen Leib. Schon eine ganze Weile. Ausgerechnet Entwicklungsländer wie Sudan, Burundi, Eritrea, Kenia, Somalia, Honduras, Nicaragua oder die Philippinen sind vom Klimawandel am stärksten betroffen.

Dabei wurde und wird der Löwenanteil von Treibhausgasen in den entwickelten Industrieländern ausgestoßen.  Unser hoher angenehmer Lebensstandard in Deutschland und in der westlichen Welt basiert seit Beginn der Industrialisierung weitgehend auf der Verbrennung von Kohle, Gas und Öl. Dadurch wurden in rund 200 Jahren immense Mengen an CO2 freigesetzt. Leider aktuell immer noch, auch durch Deutschland.

2018 hatten wir Deutschland in den ersten drei Monaten bereits so viel Kohlendioxid ausgestoßen wie für das gesamte Jahr zulässig ist, um das Pariser Klimaabkommen einzuhalten. Bis 2050 darf Deutschland jedes Jahr durchschnittlich 217 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen. Davon sind wir noch weit entfernt: In 2016 lag Deutschland mit 800 Millionen Tonnen CO2 Emissionen auf Platz 7 der größten Kohlenstoffdioxid-Emittenten weltweit. (1) (2)

Die Hauptquelle für den CO2 Ausstoß in Deutschland: Kohlekraftwerke

Das hat mich überrascht: Deutsche Kohlekraftwerke pusten immer noch riesige Mengen CO2 in unser aller Atmosphäre: in 2016 unvorstellbare 300 Millionen Tonnen! Ausgerechnet deutsche Braunkohlekraftwerke nehmen im Vergleich mit anderen europäischen Kohlekraftwerken negative Spitzenplätze beim CO2 Ausstoß ein. (3)

Der deutsche Strommix 2018 wurde mit rund 59% Anteil aus konventionellen Energieträgern gewonnen, wie Braunkohle (24,1%), Steinkohle (14%), Atomenergie (13,3%) und Erdgas (7,4%).  40,2% des Stroms stammten aus erneuerbaren Energien. (4)

Tipps + Kicks:

Du kannst Deine sozialen und ökologischen Folgewirkungen hinsichtlich Klimawandel und Klimaflucht erheblich verbessern, mit einer einfachen Aktion:

Beziehe zertifizierten Ökostrom, der durch erneuerbare Energien wie Sonne, Wind, Wasserkraft etc. erzeugt wird. Ein wesentlicher Teil Deines persönlichen CO2 Fußabdrucks resultiert aus der Wahl der Stromart. Durch den Wechsel von konventionellem Strom auf Ökostrom senkst Du Deinen CO2 Fußabdruck für den Stromverbrauch auf Null.

Mein Ökostromanbieter berechnet für mich, wieviel kg CO2 ich jährlich vermeide. In 2017 habe ich der Umwelt 693 kg CO2 erspart – im Vergleich zum deutschen Strommix. Und zusätzlich 582 mg Atommüll, was mir auch sehr wichtig ist.

Du willst Deinen Stromverbrauch in CO2 Emissionen umrechnen?

Dazu findest Du im Netz diverse CO2 Rechner, auch vom Umweltbundesamt. (5).  Dein jährlicher Verbrauch an Kilowattstunden Strom wird mit dem sich jährlich ändernden Umrechnungsfaktor für den deutschen Strommix multipliziert: 2016 waren dies hochgerechnet 527 Gramm pro Kilowattstunde. Ein Verbrauch von 1.000 kWh Strom aus deutschem Strommix ergeben somit 527 kg CO2 Ausstoß.

Der Stromverbrauch eines Ein-Personen-Haushalts liegt in Deutschland im Schnitt bei rund 1.600 Kilowattstunden pro Jahr. Die dadurch verursachten CO2 Emissionen von rund 843 kg können durch Ökostromnutzung auf Null gesenkt werden.

Der Wechsel zu Ökostromanbietern geht sehr einfach: In Internetportalen wie

findest Du Informationen zu Ökostromanbietern. Mit wenigen Klicks ist der Wechsel vollzogen.

Häufig liegt der Preis für die Kilowattstunde echten Ökostrom über den Preisen von konventionell hergestelltem Strom. Ich als Privatperson zahle aktuell in 2019 28,95 Cent pro Kilowattstunde sowie einen monatlichen Grundpreis von 8,90 Euro. Ich investiere diesen Mehrpreis gerne in den Schutz des Klimas und der Natur.

Unternehmen mit höheren Verbräuchen erhalten bessere Konditionen und müssen sich ein individuelles Angebot erstellen lassen.

Achte auf echten Ökostrom:

  • Ökostrom wird aus 100 % erneuerbaren Energien erzeugt.
  • Der Stromanbieter fördert den Ausbau von erneuerbaren Energieanlagen.
  • Der Anbieter ist unabhängig von konventionellen Stromerzeugern. Du förderst ansonsten Stromkonzerne, die zwar auch Ökostromtarife anbieten, aber zugleich immer noch auf Kohle und Atomkraft setzen.
  • Ökostrom-Label wie „Grüner Strom“ oder „ok power“ können bei der Auswahl des Anbieters helfen. Einen Siegelvergleich findest Du auf den oben genannten Ökostrom-Portalen und bei Utopia. (6)

Ich habe übrigens nach der Berechnungsmethodik des „Klima-Orakels“ (7) durch meine Ökostrom-Nutzung in 2017 rund 141.000 Luftballons voller CO2 Gas vermieden.

Herzliche Grüße

Elke Vohrmann

Quellen:

(1) https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/globaler-co2-ausstoss-die-emissionen-steigen-weiter-a-1177404.html

(2) https://www.tagesschau.de/inland/kohlendioxid-budget-klimaschutz-101.html

(3) https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/deutschland-das-sind-die-groessten-klimasuender-a-1178207.html

(4) https://1-stromvergleich.com/strom-report/strommix/

(5) http://www.uba.co2-rechner.de/de_DE/

(6) https://utopia.de/fragen/oekostrom-label-siegel-vergleich/

(7) https://www.co2online.de/service/klima-orakel/beitrag/wie-viel-wiegt-co2-10558/

Dr. Claus Barthel (Wuppertal Institut): „Ein Liter CO2 wiegt 1,96 Gramm. Demnach hat ein Kilogramm CO2 ein Volumen von 509 Litern. Da ein handelsüblicher Luftballon ein Volumen von circa 2,5 Litern fasst, könnte man mit einem Kilogramm CO2 etwa 204 Ballons befüllen.“ Meine in 2017 vermiedenen 693 kg CO2 mit 204 multipliziert ergeben 141.372 Luftballons.

 

Foto: © Elke Vohrmann

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