Lieferkettengesetz ab 2021 geplant. Womit die Wirtschaft rechnen muss.

Lieferkettengesetz

Das in Planung befindliche Sorgfaltspflichtengesetz der Bundesregierung wird häufig Lieferkettengesetz genannt.

Lieferkettengesetz ab 2021 geplant. Womit die Wirtschaft rechnen muss.

Liebe Leserin, lieber Leser,

Unternehmen aus allen Branchen und in allen Größen haben mit einer großen Herausforderung zu kämpfen: Es gilt, für die von ihnen angebotenen Produkte/Dienstleistungen die vorgeschaltete globale Lieferkette sozial- und umweltverträglich zu gestalten.

Leichter gesagt als getan. Selbst ein simples T-Shirt durchläuft vom Anbau der Baumwolle, der Verarbeitung dieses Rohstoffes zum Garn, dem anschließenden Weben, Färben,  Nähen, Bedrucken etc. bis zur Anlieferung beim deutschen Händler zig Verarbeitungsschritte, und zwar bei zig Zulieferern in zig Ländern der Erde.

Bislang lassen viele deutsche Unternehmen im Ausland ihre Produkte durch Zulieferer billig produzieren, oft unter zerstörerischen Bedingungen für Mensch und Natur. Was Zerstörung konkret bedeutet, kannst Du in Fallbeispielen (1) sehen. Dafür können deutschen Unternehmen bisher nicht belangt werden.

Seit Monaten streiten Politiker der Bundesregierung, wie hier gesetzlich Abhilfe geschaffen werden kann. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) wollen ein Lieferkettengesetz bzw. Sorgfaltspflichtengesetz spätestens in 2021 verabschieden. Dadurch sollen die Unternehmen verpflichtet werden zu überprüfen, ob ihre Geschäftsaktivitäten sich potentiell oder tatsächlich nachteilig auf international anerkannte Menschenrechte auswirken. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), dem diverse Wirtschaftsverbände im Nacken sitzen, blockt jedoch und will ein solches Gesetz allenfalls in stark abgeschwächter Form mittragen. Wovor hat ein Teil der Wirtschaft Angst?

Du erfährst hier, was auf die Wirtschaft durch ein solches Gesetz zukommen wird. Zudem gebe ich Tipps + Kicks, wie Du aktiv die Gesetzeseinführung unterstützen kannst und wie Unternehmen sich vorbereiten können.

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Wertewandel, Beruf, Berufung: Interview mit Felix Rohkämper über seinen sozialen „weltwärts“-Freiwilligendienst in Südafrika

Foto: Felix Rohkämper

Wertewandel, Beruf, Berufung: Interview mit Felix Rohkämper über seinen sozialen „weltwärts“-Freiwilligendienst in Südafrika

Liebe Leserin, lieber Leser,

es kann einen jederzeit erwischen, in jeder Lebensphase: der Wertewandel. Bei mir passierte es in der Mitte meines Lebens: Für mein berufliches Leben wurden neue Werte immer wichtiger. Daraus entstand meine neue Lebensvision – und letztlich ein komplett anderes Berufsleben.

Manche Menschen erleben schon in jungen Jahren, wie sich Werte wandeln, mit tiefgreifenden Folgen für ihr Leben. So erging es Felix Rohkämper, 19 Jahre jung, und ab Oktober BWL-Student in Münster. Über seine erstaunliche innere Wandlung, die er vor kurzem aufgrund seines „weltwärts“-Freiwilligendienstes in Südafrika erlebte, habe ich mit ihm ein Interview geführt.

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Ausbeutung in Deutschland: Nur in der Schlachtbranche?

Ausbeutung in DeutschlandAusbeutung in Deutschland: Nur in der Schlachtbranche?

Liebe Leserin, lieber Leser,

ein fieses unsichtbares Virus macht fiese Zustände sichtbar: Auch in Deutschland werden Menschen systematisch ausgebeutet. Schon lange. Und in einigen Branchen ganz besonders ausgeprägt.

Die Großschlachtereien stehen gerade als Corona Hotspot besonders unter Beschuss. Rund 10 Großbetriebe dominieren, darunter Tönnies, Westfleisch und Vion als Marktführer. In der Branche ist bereits seit vielen Jahren üblich, Produktionsschritte wie das Schlachten und das Zerlegen über Werkverträge an Subunternehmen auszugliedern. Der Schlachthof ist dadurch nicht mehr für die Arbeitsbedingungen der Arbeiter zuständig, sondern der beauftragte Subunternehmer. Die Schlachtereien ersparen sich zudem Sozialabgaben. Das Motiv: Gewinne maximieren, durch Minimierung der Produktionskosten.

Aktuell wird wegen der vielen Corona Infizierten in allen Medien berichtet, wie in den Schlachthöfen die deutschen Arbeitsrechte wie der Mindestlohn umgangen werden und es wird gezeigt, wie Arbeiter aus Rumänien und Bulgarien in Baracken hausen, mit vielen Menschen auf engstem Raum.

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Ernährungsumstellung auf mehr Pflanzenproteine: mit dem Blitzrechner Fleisch Klimawirkungen berechnen

Ernährungsumstellung auf mehr Pflanzenproteine: mit dem Blitzrechner Fleisch Klimawirkungen berechnen

Liebe Leserin, lieber Leser,

meinen letzten Blogbeitrag zum rasanten Dahinschwinden der Biodiversität möchte ich noch ergänzen. Und zwar um ein nützliches Rechentool und um Hintergründe zu meinem Tipp, den Fleisch- und Milchproduktkonsum zu reduzieren und durch pflanzliche Nahrungsmittel zu ersetzen.

Der Durchschnittsdeutsche isst gerne viel Fleisch. 2018 hatte jeder Deutsche im Durchschnitt rund 60 Kilogramm reines Fleisch verzehrt. (1)

Welche Klimafolgen hätte es, wenn immer mehr Deutsche ihren hohen Fleischkonsum reduzieren und durch pflanzliche Nahrung ersetzen würden?

Der Blitzrechner Fleisch (2) liefert Antworten. Damit kannst Du sekundenschnell berechnen, inwieweit das Klima entlastet wird, wenn Fleisch teilweise oder ganz durch eine vegetarische Alternative ersetzt wird. Grafiken zeigen die Wirkungen auf einen Blick.

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Biodiversität schwindet rasant – Wie Du die Artenvielfalt schützen kannst

jeder kann für den erhalt der biodiversität viel tun

Auch auf dem eigenen Balkon kann jeder für den Schutz der Arten sorgen.

Biodiversität schwindet rasant – Wie Du die Artenvielfalt schützen kannst

Liebe Leserin, lieber Leser,

zuerst die schlechte Nachricht: Nicht nur der Klimawandel bedroht die Existenz der Menschheit, sondern auch die schwindende Biodiversität mit dem immer schneller voranschreitenden Massenaussterben der Arten.

Der Weltbiodiversitätsrat der Vereinten Nationen IPBES hatte im Mai 2020 in seinem Bericht zum globalen Zustand der Biodiversität (1) erschreckende Fakten veröffentlicht. Wissenschaftlich wurde bewiesen: Der katastrophale Zustand der Biodiversität mit dem Schwinden der Artenvielfalt ist ohne Zweifel durch uns Menschen verursacht.

Der Zustandsbericht ist erschütternd:

  • Eine Million der acht Millionen Arten auf der Erde sind vom Aussterben bedroht.
  • Der Artenschwund verläuft in der Gegenwart bis zu hundertmal schneller als im Durchschnitt während der letzten zehn Millionen Jahre.
  • 85 Prozent der Feuchtgebiete sind zerstört.
  • Der Bestand der Korallenriffe hat sich seit dem 19. Jahrhundert um die Hälfte reduziert.
  • Zwischen 1980 und dem Jahr 2000 wurden 100 Millionen Hektar tropischer Regenwald abgeholzt – weitere 32 Millionen Hektar zwischen 2010 und 2015.
  • 23 Prozent der Landfläche des Planeten sind ökologisch heruntergewirtschaftet und können nicht mehr genutzt werden.
  • 300–400 Millionen Tonnen Müll landen jährlich in den Gewässern der Erde. Der Zustand der Gewässer hat sich seit der Industrialisierung um ca. 60 % verändert.
  • Seit Beginn der Industrialisierung hat die Menschheit 75 % der bestehenden Landflächen verändert.
  • Rückgang der globalen Biomasse der wild lebenden Säugetiere um 82 %. Nun kommen 96 % der Säugetierbiomasse von Menschen und ihren Nutztieren. (1)

Die Hauptursachen dafür sind laut Zustandsbericht:

  • Platz 1: Der menschliche Flächenbedarf ist rasant gewachsen. Dadurch entziehen wir den anderen Arten ihren Lebensraum. Wälder werden für die Landwirtschaft gerodet, beispielsweise für Rinderweiden in Südamerika und für Ölpalm- Plantagen in Südostasien.
  • Platz 2: Die Übernutzung der Natur durch den Menschen an Land und im Wasser. Die Überfischung in immer mehr Meeresregionen ist der Hauptgrund für den Artenschwund in den Ozeanen. Viele Meeresbewohner werden schneller gefangen als sie sich vermehren können.
  • Platz 3: Klimawandel
  • Platz 4: Umweltverschmutzung

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