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Ausbeutung in Deutschland: Nur in der Schlachtbranche?

Ausbeutung in DeutschlandAusbeutung in Deutschland: Nur in der Schlachtbranche?

Liebe Leserin, lieber Leser,

ein fieses unsichtbares Virus macht fiese Zustände sichtbar: Auch in Deutschland werden Menschen systematisch ausgebeutet. Schon lange. Und in einigen Branchen ganz besonders ausgeprägt.

Die Großschlachtereien stehen gerade als Corona Hotspot besonders unter Beschuss. Rund 10 Großbetriebe dominieren, darunter Tönnies, Westfleisch und Vion als Marktführer. In der Branche ist bereits seit vielen Jahren üblich, Produktionsschritte wie das Schlachten und das Zerlegen über Werkverträge an Subunternehmen auszugliedern. Der Schlachthof ist dadurch nicht mehr für die Arbeitsbedingungen der Arbeiter zuständig, sondern der beauftragte Subunternehmer. Die Schlachtereien ersparen sich zudem Sozialabgaben. Das Motiv: Gewinne maximieren, durch Minimierung der Produktionskosten.

Aktuell wird wegen der vielen Corona Infizierten in allen Medien berichtet, wie in den Schlachthöfen die deutschen Arbeitsrechte wie der Mindestlohn umgangen werden und es wird gezeigt, wie Arbeiter aus Rumänien und Bulgarien in Baracken hausen, mit vielen Menschen auf engstem Raum.

„Raffinierter, schlimmer Menschenhandel – Skandalöse Verhältnisse in der Fleischindustrie“

Diese Schlagzeile der Süddeutsche.de stammt vom 23. Juni 2013 (1)  – ist also schon sieben Jahre alt! Die Ausbeutung von Menschen in den Fleischfabriken läuft schon lange.

Der Politik ist dies bekannt. Doch sie hat dieses System geduldet. „Der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) beklagte, dass bislang alle Initiativen zum Verbot von Werkverträgen am Widerstand der Fleischindustrie und ihrer Lobby gescheitert seien. Selbst von seiner eigenen Partei sei er immer wieder ausgebremst worden.“ (2)

Verantwortung haben alle: Konsumenten, Lebensmittelhandel, Produzenten, Politik

Wenn wir in der Rolle als Konsumenten stets möglichst billig kaufen wollen, dann geben auch wir Preisdruck in die Lieferkette.

Beispiel 1: Der Lebensmitteleinzelhandel hat einen Preiskampf angezettelt und will uns Konsumenten Fleischprodukte möglichst billig anbieten. Die zuliefernden Schlachthöfe werden in Folge im Preis gedrückt. Diese wiederum suchen nach Möglichkeiten, ihrerseits Kosten zu sparen. Mit der Beschäftigung von billigen Arbeitskräften aus Osteuropa über Werkverträge zu ausbeuterischen Bedingungen sparen sie erhebliche Personalkosten ein.

Beispiel 2: Oft sind Bestellungen im Internet versandkostenfrei. Doch der Versand ist natürlich nicht kostenfrei. Unter anderem müssen die Löhne der LKW Fahrer bezahlt werden. Um Personalkosten zu drücken, werden deswegen in der Transportbranche oft Billigkräfte aus Osteuropa über Subunternehmen ausgebeutet.

Auch die Politik ist für die Missstände in den Großschlachtereien verantwortlich, die sie jahrelang geduldet hat. Endlich will sie dort richtig durchgreifen. Die Bundesregierung plant, ab dem 1.1.2021 Werkverträge in den Schlachtfabriken zu verbieten. Schlachten und Verarbeiten von Fleisch soll nur noch mit eigenen Arbeitern zulässig sein. (3)

Meines Erachtens sollten Werkverträge nicht nur in der Schlachtbranche verboten werden, sondern auch in allen Branchen, in denen sie missbräuchlich zur Ausbeutung von Menschen benutzt werden.

Die Politik hätte noch mehr Möglichkeiten, gegen Ausbeutung vorzugehen. Das von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) geforderte Lieferkettengesetz soll deutsche Unternehmen verpflichten, auf allen Stufen der Wertschöpfungskette soziale und ökologische Mindeststandards zu garantieren. Sie sollen für Verstöße haftbar gemacht werden. Dies soll nicht nur für die eigenen Produktionsstätten gelten, sondern auch für Zulieferer in der ganzen Welt. Leider hat das Kanzleramt aufgrund der Corona Pandemie das Vorhaben der Minister auf Eis gelegt. (4)

In vielen Branchen werden Menschen ausgebeutet

Wer denkt, Ausbeutung beschränke sich in Deutschland nur auf die Schlachtbranche, irrt sich. In diversen Branchen haben so manche Unternehmen – auch Mittelständler – die „moderne Lohnsklaverei“ (5) für sich entdeckt. Mir fielen vor allem auf:

  • Bauunternehmen (6)
  • Transportbranche/Spediteure (7)
  • Paketdienste (8)
  • Reinigungsfirmen (9)
  • Hotels und Gastronomie (10)
  • Schiffswerften (11)
  • Kreuzfahrtschiffbetreiber (12)
  • Landwirtschaft mit Saisonarbeitern (13)

Wer genauer wissen will, was dort schief läuft: Zu jeder Branche habe ich Reportagen in den Quellen weiter unten aufgeführt.

Tipps + Kicks:

Was können wir als Gesellschaft tun?

Der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann hatte beklagt, dass auch die Gesellschaft sich bislang nicht sonderlich für die Menschen interessiert habe, die in der Fleischindustrie arbeiten. (2)

Ein erster Schritt könnte also sein, dass wir als Gesellschaft uns generell viel stärker dafür interessieren, wie die Menschen arbeiten, deren Dienste wir direkt oder indirekt in Anspruch nehmen. Also nicht erst dann, wenn das Corona Virus vom Hotspot „Schlachthof“ die Bürger in der Nachbarschaft betrifft, die nun in Quarantäne müssen oder ihren Urlaub nicht antreten dürfen.

Tausende Bürger gehen gegen Tönnies auf die Straße. „Aus all den Orten, in denen die Tönnies-Arbeiter untergebracht sind. Plötzlich betrifft das Schicksal der blassen, hageren Gestalten aus Rumänien, Bulgarien, Polen, die sonst nur wahrgenommen wurden, wenn sie schüchtern durch die Netto-Märkte schlichen oder in weißen Kleinbusse gepfercht zu ihren Schichten transportiert wurden, alle hier. Durch das Coronavirus werden Tönnies‘ Werksarbeiter plötzlich als Menschen wahrgenommen.“ (14)

 

Um sich ein Bild von den Menschen zu machen, die hier in Deutschland als Lohnsklaven schuften, empfehle ich Dir die WDR-Reportage „Moderne Lohnsklaven. Wie Unternehmen vor unserer Haustür Arbeitskräfte ausbeuten und den Mindestlohn umgehen.“ (15) Die Multimedia-Reportage hat ein außergewöhnliches Format, mit erklärenden Infotexten und kurzen Videosequenzen, die beim Herunterscrollen automatisch starten.

Zu Wort kommen

  • Reinigungskräfte, die durch Hotels ausgebeutet werden
  • Arbeiter aus der Baubranche, die auf den Kölner „Arbeiterstrich“ gehen müssen
  • der Bauunternehmer Joachim Nesseler mit seinen scheinheiligen Argumenten, um die Ausbeutung von Bauarbeitern zu rechtfertigen
  • Pflegekräfte, die gegen minimale Entlohnung rund um die Uhr Schwerstarbeit leisten

Die Reportage ist aus dem Jahr 2014 und leider immer noch brandaktuell.

Eine weitere kritische Branche ist die Transportbranche. Wie ausländische LKW-Fahrer, zumeist aus Osteuropa auf deutschen Autobahnen ausgebeutet werden, zeigen die TV-Doku „Sklaven der Straße – Lohndumping in der Logistikbranche“ vom 12.2.2020 (16) und die Reportagen von Stern.de und Tagesspiegel.de (6).

Goldene Regel beherzigen

Warum lassen sich Menschen ausbeuten, auch in Deutschland?  Der häufigste Grund ist: Weil in ihrem Heimatland die wirtschaftliche Not noch größer ist.

Ich höre immer wieder: Hier in Deutschland verdienen die Menschen doch viel mehr Geld als in deren Heimatländern wie Rumänien, Bulgarien, Polen, den Philippinen etc.

Eine Frage der Ethik drängt sich auf: Rechtfertigt die Notlage der Menschen, dass deutsche Unternehmen sie zum Zwecke der Gewinnmaximierung ausbeuten dürfen?

Wenn alle, die von diesem unmenschlichen System profitieren – die Unternehmer, aber auch die Konsumenten – die Goldene RegelWas du nicht willst, dass man dir tu’, das füg auch keinem andern zu“ beherzigen würden, wäre es wohl schnell aus mit der Ausbeutung.

Doch das erfordert die Fähigkeit, sich in die Lage der Betroffenen hineinversetzen zu können. Und dies auch zu wollen.

Der Wandel zu einem Leben in Einklang mit Mensch und Natur beginnt – mit Dir!

Herzliche Grüße

Elke Vohrmann

 

Quellen

(1) https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/skandaloese-verhaeltnisse-in-der-fleischindustrie-lohnsklaven-in-deutschland-1.1703776-2

(2)  https://www.tagesschau.de/inland/werkvertraege-hintergrund-101.html

(3) https://www.tagesschau.de/inland/kabinett-fleischindustrie-arbeitsbedingungen-105.html

https://www.landtag.ltsh.de/nachrichten/20_06_fleisch_schlachthoefe/

(4) https://www.welt.de/wirtschaft/article206500449/Lieferkettengesetz-Kanzleramt-stoppt-Entwurf-wegen-Coronavirus.html

(5) https://www.deutschlandfunkkultur.de/moderne-lohnsklaven-in-deutschland-ackern-im-akkord.1001.de.html?dram:article_id=390475

(6) https://taz.de/Ausbeutung-im-Baugewerbe/!5471202/

(7) https://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/europaeischer-fernverkehr-lkw-fahrer-die-sklaven-der-globalisierten-welt/21205228.html

https://www.stern.de/wirtschaft/job/von-den-philippinen-nach-deutschland–wie-trucker-im-elend-hausen-8461628.html

(8) https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-11/paketdienste-paketboten-ausbeutung-nachunternehmerhaftung-sozialbeitraege

https://www.wsws.org/de/articles/2020/05/19/coro-m19.html

https://www.wsws.org/de/articles/2018/12/21/post-d21.html

(9) https://www.deutschlandfunk.de/schlechte-bezahlung-und-wertschaetzung-die-schmutzigen.724.de.html?dram:article_id=464742

(10) https://www.zeit.de/karriere/beruf/2017-05/arbeitsbedingungen-hotelbranche-zimmermaedchen-migrantinnen-niedriglohnsektor/komplettansicht

(11) https://www.nwzonline.de/wirtschaft/weser-ems/papenburg-oldenburg-schiffbau-werft-arbeiter-ausgebeutet_a_50,1,1139930241.html

https://www.sn-online.de/Nachrichten/Der-Norden/Meyer-Werft-Ausbeutung-rumaenischer-Mitarbeiter

https://www.spiegel.de/wirtschaft/meyer-werft-schuftende-phantome-a-00000000-0002-0001-0000-000158383176

(12) https://www.ndr.de/nachrichten/info/So-hart-ist-die-Arbeit-auf-Kreuzfahrtschiffen,kreuzfahrt754.html

(13) https://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/wirtschaft/ausbeutung-von-pflueckern-in-sh-tatort-erdbeerfeld-id10270181.html

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/daniela-reim-wanderarbeiter-1.4194226-2

(14) Stern, Ausgabe Nr. 27 vom 25.6.2020, „Ins eigene Fleisch geschnitten“

(15) https://reportage.wdr.de/lohnsklaven#4714

(16) https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-sklaven-der-strasse-100.html

(17) https://www.youtube.com/watch?v=kf-spBF1hlc

http://www.berndheinemann.de/

Grafik: © Elke Vohrmann

Matthias Horx: „Ein Virus als Evolutionsbeschleuniger – die Corona-Rückwärts-Prognose“

Matthias Horx: „Ein Virus als Evolutionsbeschleuniger – die Corona-Rückwärts-Prognose“

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Welt legt gerade durch die Coronavirus-Pandemie eine heftige Vollbremsung hin – und schüttelt unser Privatleben, das Wirtschaftsleben, die Politik, einfach alle Lebensbereiche so richtig durch. Dabei ein offenes Herz und einen kühlen Kopf zu behalten ist eine große Herausforderung.

Was mir dabei hilft: Gute konstruktive Ideen aufzunehmen, die Zuversicht und Vertrauen in die Zukunft geben –  wie die nachfolgenden Gedanken des renommierten Zukunftsforschers Matthias Horx. Als ich seinen Text „Die Corona-Rückwärts-Prognose: Wie wir uns wundern werden, wenn die Krise ‚vorbei‘ ist“ las, wuchs in mir wieder die Zuversicht. Mir wurde klar, dass in dieser Krise gewaltige Chancen für uns als Menschheit und für unseren Planeten liegen.

Mache nun einen Zeitsprung in den Herbst 2020 – und blicke zurück. Du wirst Dich wundern!

„Die Corona-Rückwärts-Prognose: Wie wir uns wundern werden, wenn die Krise „vorbei“ ist. (Matthias Horx, 16.3.2020, www.horx.com/www.zukunftsinstitut.de)

„Ich werde derzeit oft gefragt, wann Corona denn „vorbei sein wird” und alles wieder zur Normalität zurückkehrt. Meine Antwort: Niemals. Es gibt historische Momente, in denen die Zukunft ihre Richtung ändert. Wir nennen sie Bifurkationen. Oder Tiefenkrisen. Diese Zeiten sind jetzt.

Die Welt as we know it löst sich gerade auf. Aber dahinter fügt sich eine neue Welt zusammen, deren Formung wir zumindest erahnen können. Dafür möchte ich Ihnen eine Übung anbieten, mit der wir in Visionsprozessen bei Unternehmen gute Erfahrungen gemacht haben. Wir nennen sie die RE-Gnose. Im Gegensatz zur PRO-Gnose schauen wir mit dieser Technik nicht »in die Zukunft«. Sondern von der Zukunft aus ZURÜCK ins Heute. Klingt verrückt? Versuchen wir es einmal:

Die Re-Gnose: Unsere Welt im Herbst 2020

Stellen wir uns eine Situation im Herbst vor, sagen wir im September 2020. Wir sitzen in einem Straßencafé in einer Großstadt. Es ist warm, und auf der Strasse bewegen sich wieder Menschen.

Bewegen sie sich anders? Ist alles so wie früher? Schmeckt der Wein, der Cocktail, der Kaffee, wieder wie früher? Wie damals vor Corona?
Oder sogar besser?
Worüber werden wir uns rückblickend wundern?

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Ernährungsräte – so kannst Du in Deiner Region die Ernährungspolitik mitgestalten

Ernährungsräte auf dem Vormarsch

Bürger mischen in ihrer Region mit – durch 45 Ernährungsräte in ganz Deutschland. (Quelle der Karte: neu.ernaehrungsraete.org)

Ernährungsräte – so kannst Du in Deiner Region die Ernährungspolitik mitgestalten

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie schön wäre es doch, wenn unsere tägliche Nahrung vorwiegend aus der Region käme, in der wir leben, und sie zugleich öko-fair produziert worden wäre. Und jeder Bürger, der will, könnte aktiv daran mitwirken? Ist das nur ein schöner Traum?

Die gute Nachricht: Dies ist bereits teilweise Realität geworden, durch eine großartige Einrichtung – dem Ernährungsrat. Diesen gibt es übrigens schon seit Jahrzehnten in der Welt. Der Erste wurde schon 1982 in den USA gegründet. (1)

Deutschland als Spätzünder bekam seine ersten Ernährungsräte erst 2016 in Berlin und Köln. Doch 2019 dann folgte eine Welle an Neugründungen, so dass mittlerweile über 45 Ernährungsräte und Gründungsinitiativen im gesamten Bundesgebiet aktiv sind. Weiterlesen

Blendwerk von echter Nachhaltigkeit bei großen Marken unterscheiden: Wie fair sind ALDI, REWE, LIDL & Co. zu Mensch und Natur?

Nachhaltigkeitsleistungen von Großunternehmen auf dem Prüfstand von NGOs

Unabhängige Organisationen bewerten die Nachhaltigkeitsleistungen der großen Unternehmen

Blendwerk von echter Nachhaltigkeit bei großen Marken unterscheiden: Wie fair sind ALDI, REWE, LIDL & Co. zu Mensch und Natur?

Liebe Leserin, lieber Leser,

hast Du schon einmal versucht, auf die Schnelle über einen Check im Internet herauszufinden, wie fair Großunternehmen mit Mensch und Natur umgehen?

Solltest Du beispielsweise die Marken REWE, ALDI, LIDL oder EDEKA in Kombination mit dem Begriff „Nachhaltigkeit“ in eine Suchmaschine eingeben, liefern die ersten Treffer zumeist ein Bild, als ob die Riesen des Lebensmitteleinzelhandels besonders nachhaltig wirtschaften würden.

Die großen Marken – übrigens in allen Branchen – kommunizieren sehr professionell und geben sich ein möglichst nachhaltiges Image. Mit riesigen Werbebudgets, vielen Marketingkampagnen und umfangreichen Nachhaltigkeitsberichten wird das Bild eines grünen fairen Unternehmens gestaltet.

Aber entspricht das Bild der Realität?

Gibt es Quellen, die schnell verlässliche Informationen zu den Nachhaltigkeitsleistungen von großen Unternehmen liefern?

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Der wahre Preis ist unsichtbar

preis zeigt oft nicht die umweltkosten und sozialkosten

Liebe Leserin, lieber Leser,

hier erfährst Du,

  • ob die Preisschilder der von uns täglich gekauften Waren die wahren Preise widerspiegeln
  • welche Kosten in der Preiskalkulation der Unternehmen fehlen und wer diese zu zahlen hat

Ich zeige Dir an einigen Beispielen, welche „unsichtbaren“ Kosten auf keinem Preisetikett zu finden sind.

Wer zahlt den wahren Preis?

Sofern bei der Herstellung eines Produktes Mensch und Natur ausgebeutet werden, zeigt das Preisetikett nicht den wahren Produktpreis. Dann fehlen die Kosten für soziale und ökologische Schäden, die Mensch und Natur bei konventioneller Herstellung erlitten haben. Dies sind beispielsweise

  • Gesundheitsschäden der Beschäftigten
  • fehlende existenzsichernde Löhne
  • Luftverschmutzungen
  • Wasser- und Bodenbelastungen

Würden also alle Umwelt- und Sozialkosten beim globalen Wertschöpfungsprozess eingerechnet, läge der wahre Preis der Produkte weitaus höher als der auf dem Preisschild gezeigte.

Aber Achtung! Ein hoher Preis ist kein Indikator für eine nachhaltige Herstellung! Eine 200 Euro Jeans kann auch umwelt- und sozialschädlich produziert worden sein, denn hochpreisige Markenprodukte werden häufig in der selben Textilfabrik gefertigt wie die Billigwaren. Nachfolgend zeige ich Dir anhand einiger Beispiele, welchen hohen Preis letztlich Mensch und Natur zahlen müssen.

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