Archiv der Kategorie: Ökonomie

EU-Taxonomie betrifft auch Unternehmen der Realwirtschaft

EU Taxonomie

26.8.2021 Mit der Taxonomie soll die ökologische Nachhaltigkeit von Wirtschaftsaktivitäten mit einheitlichen Maßstäben transparent und verlässlich bewertet werden.

EU-Taxonomie betrifft auch Unternehmen der Realwirtschaft

Liebe Leserin, lieber Leser,

Politik und Gesetzgeber in der EU kommen gerade richtig in Fahrt: Immer mehr Verordnungen und Gesetze zu Nachhaltigkeitsthemen wurden verabschiedet oder sind in Arbeit, wie die EU-Taxonomie Verordnung.

Mein erster Eindruck war, dass diese neue Verordnung nur die Finanzwirtschaft betreffen würde. Doch auch Unternehmen aus der Realwirtschaft werden davon erfasst. Und durch die von der EU geplante Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) werden sich zusätzlich sehr viele mittelständische Betriebe/KMU mit der Taxonomie auseinandersetzen müssen. Voraussichtlich schon für das Berichtsjahr 2023.

Die in 2020 in Kraft getretene Taxonomie Verordnung der EU (1) ist ein Klassifizierungssystem, mit dem Wirtschaftsaktivitäten hinsichtlich ihrer ökologischen Nachhaltigkeit einheitlich bewertet werden. Hintergrund: Die EU verfolgt im Rahmen des Green Deal das Ziel, ein nachhaltiges Finanzwesen zu schaffen und mittels Taxonomie Fi­nanz­ströme in umweltschonende Ak­ti­vitäten zu len­ken, um 2050 klimaneutral zu werden.

An der EU-Taxonomie wird noch weiter kräftig gearbeitet.  Weitere Inhalte folgen. Das Thema ist komplex und viele Fragen sind offen. Mein Blogbeitrag kann daher nur einen ersten Einblick geben, welche Unternehmen von der EU-Taxonomie voraussichtlich betroffen sein werden und was auf sie zukommen wird.

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Die neue CO2-Abgabe – ein guter Weg zur Rettung des Klimas?

CO2-Abgabe für Wärme und Verkehr

Die Bundesregierung hat mit Beginn 2021 eine CO2-Bepreisung für die Bereiche Wärme und Verkehr eingeführt.

Die neue CO2-Abgabe – ein guter Weg zur Rettung des Klimas?

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Anfang 2021 eingeführte CO2-Abgabe, auch CO2-Steuer genannt, spüre ich deutlich im Portemonnaie, bei jedem Tanken. Der Liter Benzin kostet aktuell (Ende 02/2021) schon zeitweise mehr als 1,50 Euro. Doch da kommt noch viel mehr auf uns zu, Jahr für Jahr. Wir sollen ja bis 2050 von jetzt 11 Tonnen Treibhausgasemissionen jährlich pro Person auf unter 1 Tonne kommen!

Das sollten Bürger und Unternehmen wissen:

  • Wie funktioniert die CO2-Bepreisung für Verkehr und Wärme?
  • Wie teuer wird es in Zukunft für Unternehmen und Bürger?
  • Wie unfassbar hoch sind die gesamten Umweltkosten pro Tonne CO2?

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Ausbeutung in Deutschland: Nur in der Schlachtbranche?

Ausbeutung in DeutschlandAusbeutung in Deutschland: Nur in der Schlachtbranche?

Liebe Leserin, lieber Leser,

ein fieses unsichtbares Virus macht fiese Zustände sichtbar: Auch in Deutschland werden Menschen systematisch ausgebeutet. Schon lange. Und in einigen Branchen ganz besonders ausgeprägt.

Die Großschlachtereien stehen gerade als Corona Hotspot besonders unter Beschuss. Rund 10 Großbetriebe dominieren, darunter Tönnies, Westfleisch und Vion als Marktführer. In der Branche ist bereits seit vielen Jahren üblich, Produktionsschritte wie das Schlachten und das Zerlegen über Werkverträge an Subunternehmen auszugliedern. Der Schlachthof ist dadurch nicht mehr für die Arbeitsbedingungen der Arbeiter zuständig, sondern der beauftragte Subunternehmer. Die Schlachtereien ersparen sich zudem Sozialabgaben. Das Motiv: Gewinne maximieren, durch Minimierung der Produktionskosten.

Aktuell wird wegen der vielen Corona Infizierten in allen Medien berichtet, wie in den Schlachthöfen die deutschen Arbeitsrechte wie der Mindestlohn umgangen werden und es wird gezeigt, wie Arbeiter aus Rumänien und Bulgarien in Baracken hausen, mit vielen Menschen auf engstem Raum.

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Green Deal in Gefahr? Corona spaltet die Wirtschaft

Leopoldina Prinzip der Nachhaltigkeit

Green Deal in Gefahr? Corona spaltet die Wirtschaft

Liebe Leserin, lieber Leser,

hast Du schon vom Europäischen Green Deal gehört? Die gesamte europäische Wirtschaft soll nachhaltig werden. Aus meiner Sicht ist das ein großartiger Plan. Er wurde von der EU-Kommission am 11.12.2019 vorgestellt, also noch vor der Corona Pandemie. Mit diesem Konzept sollen bis 2050 in der EU die Treibhausgas-Emissionen auf Null reduziert werden. Europa soll als erster Kontinent klimaneutral werden.

Der Green Deal umfasst Maßnahmen in allen Wirtschaftsbereichen, wie Finanzierung, Energieversorgung, Verkehr, Handel, Industrie sowie Land- und Forstwirtschaft. Das bisherige Ziel, die CO2-Emissionen der EU bis 2030 um 40 Prozent zu reduzieren, soll auf eine Reduktion um 50 bis 55 Prozent verschärft werden. Hierzu sollen die EU-Mitgliedsstaaten bis 2023 ihre Klimapläne entsprechend anpassen. 100 Milliarden Euro sollen zudem bei der Umstellung auf eine emissionsfreie Wirtschaft an besonders betroffene Länder fließen. Erste Gesetzesinitiativen zu einer höheren Bepreisung fossiler Energieträger sowie verschärften CO2-Grenzwerten sollen in 2020 folgen. (1)

Doch in der jetzigen Corona Krise zeigen Unternehmen völlig konträre Reaktionen. Ein Teil der Wirtschaft versteht die Corona Krise als Weckruf für eine nachhaltige Wirtschaft – und sagt „Ja“ zum Green Deal. Leider gibt es aber auch Unternehmen, die nun behaupten, sich den Green Deal mit strengen Klimaauflagen aufgrund von Corona nicht mehr leisten zu können.

Mir sträubten sich die Nackenhaare beim Lesen des tagesschau.de Artikels „Wirtschaft stellt Green Deal infrage“ vom 27.4.2020:

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Matthias Horx: „Ein Virus als Evolutionsbeschleuniger – die Corona-Rückwärts-Prognose“

Matthias Horx: „Ein Virus als Evolutionsbeschleuniger – die Corona-Rückwärts-Prognose“

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Welt legt gerade durch die Coronavirus-Pandemie eine heftige Vollbremsung hin – und schüttelt unser Privatleben, das Wirtschaftsleben, die Politik, einfach alle Lebensbereiche so richtig durch. Dabei ein offenes Herz und einen kühlen Kopf zu behalten ist eine große Herausforderung.

Was mir dabei hilft: Gute konstruktive Ideen aufzunehmen, die Zuversicht und Vertrauen in die Zukunft geben –  wie die nachfolgenden Gedanken des renommierten Zukunftsforschers Matthias Horx. Als ich seinen Text „Die Corona-Rückwärts-Prognose: Wie wir uns wundern werden, wenn die Krise ‘vorbei’ ist“ las, wuchs in mir wieder die Zuversicht. Mir wurde klar, dass in dieser Krise gewaltige Chancen für uns als Menschheit und für unseren Planeten liegen.

Mache nun einen Zeitsprung in den Herbst 2020 – und blicke zurück. Du wirst Dich wundern!

„Die Corona-Rückwärts-Prognose: Wie wir uns wundern werden, wenn die Krise „vorbei“ ist. (Matthias Horx, 16.3.2020, www.horx.com/www.zukunftsinstitut.de)

“Ich werde derzeit oft gefragt, wann Corona denn „vorbei sein wird” und alles wieder zur Normalität zurückkehrt. Meine Antwort: Niemals. Es gibt historische Momente, in denen die Zukunft ihre Richtung ändert. Wir nennen sie Bifurkationen. Oder Tiefenkrisen. Diese Zeiten sind jetzt.

Die Welt as we know it löst sich gerade auf. Aber dahinter fügt sich eine neue Welt zusammen, deren Formung wir zumindest erahnen können. Dafür möchte ich Ihnen eine Übung anbieten, mit der wir in Visionsprozessen bei Unternehmen gute Erfahrungen gemacht haben. Wir nennen sie die RE-Gnose. Im Gegensatz zur PRO-Gnose schauen wir mit dieser Technik nicht »in die Zukunft«. Sondern von der Zukunft aus ZURÜCK ins Heute. Klingt verrückt? Versuchen wir es einmal:

Die Re-Gnose: Unsere Welt im Herbst 2020

Stellen wir uns eine Situation im Herbst vor, sagen wir im September 2020. Wir sitzen in einem Straßencafé in einer Großstadt. Es ist warm, und auf der Strasse bewegen sich wieder Menschen.

Bewegen sie sich anders? Ist alles so wie früher? Schmeckt der Wein, der Cocktail, der Kaffee, wieder wie früher? Wie damals vor Corona?
Oder sogar besser?
Worüber werden wir uns rückblickend wundern?

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