Regional ist nicht gleich Bio!

nachhaltige ernährung durch regional und bio als kombination Liebe Leserin, lieber Leser,

so mancher Verbraucher glaubt, er würde etwas Gutes für die Natur tun, wenn er Lebensmittel aus der Region kauft. Das Thema Regionalität wird kräftig von den großen Lebensmittelketten genutzt, die sogar eigene Handelsmarken auflegen, wie „Rewe Regional“ oder Lidl mit ein gutes Stück Heimat“.

In vielen Köpfen ist mittlerweile verankert: Regional = Bio

Doch das ist ein Irrglaube.  Ich zeige Dir, worauf es ankommt und welche Regionalsiegel Dir helfen können.

Die Art und Weise der Herstellung bzw. der Aufzucht ist entscheidend.

Falls der Bauer aus Deiner Region das Gemüse, die Kartoffeln und das Obst konventionell anbaut, verwendet er Pestizide und Kunstdünger. Auch das Tierwohl leidet bei der konventionellen Aufzucht. Was bringt es den Hühnern, Schweinen, Rindern etc.,  wenn sie zwar in meiner Region in NRW  aufgezogen werden, allerdings unter den Bedingungen der Massentierhaltung?

Regional bedeutet bei konventioneller Herstellung allenfalls, dass die Lebensmittel kürzere Transportwege hinter sich haben. Das spart aber nur CO2 Emissionen.

Übrigens ist der Begriff „Regional“ nicht gesetzlich geschützt. Jeder kann die Größe seiner Region nach Belieben definieren – und eigene Siegel erfinden.

Die Lösung: eine Kombination aus Bio und Regional wählen

Erst wenn ich ökologisch erzeugte Lebensmittel kaufe, die zugleich aus meiner Region stammen, tue ich wirklich Gutes für die Natur. Die ökologische Landwirtschaft hat für die Natur die besseren Wirkungen. Auf der Website des BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. ist übersichtlich aufgelistet, welchen einheitlichen und strengen Standards sich Öko-Landwirte unterwerfen: (1)

  • Ein möglichst geschlossener betrieblicher Nährstoffkreislauf ist das Ziel.
  • Tiere werden artgemäß gehalten.
  • Pflanzenschutz erfolgt ohne Pestizide.
  • Gentechnik ist nicht erlaubt.
  • Statt mineralischer Dünger wird organisch gebundener Stickstoff genutzt, meist in Form von Mist, Mistkompost oder Gründüngung durch Stickstoff sammelnde Pflanzen (Leguminosen).
  • Bessere Bodenfruchtbarkeit: Ökologische Landbaumethoden fördern die Humusbildung und das Bodenleben.
  • Der Tierbesatz ist an die Fläche gebunden. Die Fütterung der Tiere erfolgt möglichst mit hofeigenem Futter – es wird nur wenig Futter zugekauft.
  • Auf  Antibiotika wird weitgehend verzichtet.
  • Schonung von Grund- und Oberflächenwasser im Vergleich zum konventionellen Landbau: durch weniger Nährstoffeintrag wie zum Beispiel Nitrat, da die Viehhaltung an die Fläche gebunden ist.
  • Förderung der Biodiversität: durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und weniger Düngereinsatz. Auf den Öko-Flächen finden sich häufig mehr Arten als auf den konventionell bewirtschafteten Flächen.

Übrigens: Manche Landwirte arbeiten nach selbst definierten ökologischen Prinzipien, ohne eine Zertifizierung vorweisen zu können. Das ist ein guter Schritt. Für mich als Verbraucher ist eine Beurteilung des Hofes zur ökologischen Produktion ohne Zertifizierung jedoch schwierig. Der Hof müsste für mich in erreichbarer Nähe sein, denn ich müsste den Hof selber unter die Lupe nehmen. Doch ohne den Sachverstand eines zertifizierten Prüfers wird das für mich ein schwieriges Unterfangen.

Wie kann ich gute regionale Siegel finden?

Einige Siegel greifen das Thema Regionalität auf. Mit Hilfe des Internetportals Label-Online (2) werden Dir in der Kategorie „Essen und Trinken“ auch einige Regionalsiegel gezeigt, die als „besonders empfehlenswert“ beurteilt worden sind, wie zum Beispiel:

Bio-Region-Niederrhein

https://label-online.de/label/bio-region-niederrhein/

Bio-Zeichen Baden-Württemberg

https://label-online.de/label/bio-zeichen-baden-wuerttemberg/

Bio-Siegel-Hessen

https://label-online.de/label/bio-siegel-hessen/

Bio-Siegel Bayern

https://label-online.de/label/bio-siegel-bayern/

Bio-Zeichen Mecklenburg-Vorpommern

https://label-online.de/label/bio-zeichen-mecklenburg-vorpommern/

Darüber hinaus findest Du auf Label-Online noch weitere regionale Siegel aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Bremen, Hamburg, Lübeck.

Tipps + Kicks:

1. Lerne Deine Regionalsiegel kennen

Mach Dich schlau, welche regionalen Siegel es bei Dir gibt und wie sie von Label-online beurteilt werden.

Vor allem prüfe, ob die Kombination von „Regional“ und „ökologischer Landbau“ gewährleistet ist.

Die Details zu den „sehr empfehlenswerten“ Gütesiegeln des Ökologischen Landbaus Naturland, Bioland und Demeter findest Du auch bei Label-online.

2.  Abonniere eine „Ökokiste“

Checke doch mal, ob Du von einem Biohof in Deiner Region eine Ökokiste beziehen kannst. Ich lasse mir seit einigen Jahren einmal pro Woche eine Bio-Kiste mit Gemüse, Obst, Eiern und anderen Biowaren liefern, von einem vorbildlichen Ökolandwirt aus meiner Region mit eigenem Hofladen und Onlineshop.

Vielleicht wirst Du ja auf der WebsiteÖkokiste.de(3) fündig: „Ökokiste“ ist die gemeinsame Marke von rund 40 zertifizierten Lieferbetrieben in ganz Deutschland und garantiert 100 % Bio: von Obst und Gemüse über Fleischwaren und Molkereiprodukten bis zu Brot, Eiern und anderem. Die Lebensmittel stammen aus kontrolliert ökologischem Landbau.

Darüber hinaus findest Du bei einer Suche im Netz in der Regel noch weitere Anbieterzusammenschlüsse in Deiner Nähe. Bei dem reichlichen Angebot wirst Du in Deiner Region sicherlich fündig werden

Herzliche Grüße

Elke Vohrmann

 

Quellen:

(1) https://www.bund.net/landwirtschaft/folgen-fuer-das-klima/konventionell-vs-oeko/

(2) https://label-online.de/

(3) https://www.oekokiste.de/ihre-oekokisten-betriebe.html.

 

Grafik: © Elke Vohrmann

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