Ausbeutung in Deutschland: Nur in der Schlachtbranche?

Ausbeutung in DeutschlandAusbeutung in Deutschland: Nur in der Schlachtbranche?

Liebe Leserin, lieber Leser,

ein fieses unsichtbares Virus macht fiese Zustände sichtbar: Auch in Deutschland werden Menschen systematisch ausgebeutet. Schon lange. Und in einigen Branchen ganz besonders ausgeprägt.

Die Großschlachtereien stehen gerade als Corona Hotspot besonders unter Beschuss. Rund 10 Großbetriebe dominieren, darunter Tönnies, Westfleisch und Vion als Marktführer. In der Branche ist bereits seit vielen Jahren üblich, Produktionsschritte wie das Schlachten und das Zerlegen über Werkverträge an Subunternehmen auszugliedern. Der Schlachthof ist dadurch nicht mehr für die Arbeitsbedingungen der Arbeiter zuständig, sondern der beauftragte Subunternehmer. Die Schlachtereien ersparen sich zudem Sozialabgaben. Das Motiv: Gewinne maximieren, durch Minimierung der Produktionskosten.

Aktuell wird wegen der vielen Corona Infizierten in allen Medien berichtet, wie in den Schlachthöfen die deutschen Arbeitsrechte wie der Mindestlohn umgangen werden und es wird gezeigt, wie Arbeiter aus Rumänien und Bulgarien in Baracken hausen, mit vielen Menschen auf engstem Raum.

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Ernährungsumstellung auf mehr Pflanzenproteine: mit dem Blitzrechner Fleisch Klimawirkungen berechnen

Ernährungsumstellung auf mehr Pflanzenproteine: mit dem Blitzrechner Fleisch Klimawirkungen berechnen

Liebe Leserin, lieber Leser,

meinen letzten Blogbeitrag zum rasanten Dahinschwinden der Biodiversität möchte ich noch ergänzen. Und zwar um ein nützliches Rechentool und um Hintergründe zu meinem Tipp, den Fleisch- und Milchproduktkonsum zu reduzieren und durch pflanzliche Nahrungsmittel zu ersetzen.

Der Durchschnittsdeutsche isst gerne viel Fleisch. 2018 hatte jeder Deutsche im Durchschnitt rund 60 Kilogramm reines Fleisch verzehrt. (1)

Welche Klimafolgen hätte es, wenn immer mehr Deutsche ihren hohen Fleischkonsum reduzieren und durch pflanzliche Nahrung ersetzen würden?

Der Blitzrechner Fleisch (2) liefert Antworten. Damit kannst Du sekundenschnell berechnen, inwieweit das Klima entlastet wird, wenn Fleisch teilweise oder ganz durch eine vegetarische Alternative ersetzt wird. Grafiken zeigen die Wirkungen auf einen Blick.

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Biodiversität schwindet rasant – Wie Du die Artenvielfalt schützen kannst

jeder kann für den erhalt der biodiversität viel tun

Auch auf dem eigenen Balkon kann jeder für den Schutz der Arten sorgen.

Biodiversität schwindet rasant – Wie Du die Artenvielfalt schützen kannst

Liebe Leserin, lieber Leser,

zuerst die schlechte Nachricht: Nicht nur der Klimawandel bedroht die Existenz der Menschheit, sondern auch die schwindende Biodiversität mit dem immer schneller voranschreitenden Massenaussterben der Arten.

Der Weltbiodiversitätsrat der Vereinten Nationen IPBES hatte im Mai 2020 in seinem Bericht zum globalen Zustand der Biodiversität (1) erschreckende Fakten veröffentlicht. Wissenschaftlich wurde bewiesen: Der katastrophale Zustand der Biodiversität mit dem Schwinden der Artenvielfalt ist ohne Zweifel durch uns Menschen verursacht.

Der Zustandsbericht ist erschütternd:

  • Eine Million der acht Millionen Arten auf der Erde sind vom Aussterben bedroht.
  • Der Artenschwund verläuft in der Gegenwart bis zu hundertmal schneller als im Durchschnitt während der letzten zehn Millionen Jahre.
  • 85 Prozent der Feuchtgebiete sind zerstört.
  • Der Bestand der Korallenriffe hat sich seit dem 19. Jahrhundert um die Hälfte reduziert.
  • Zwischen 1980 und dem Jahr 2000 wurden 100 Millionen Hektar tropischer Regenwald abgeholzt – weitere 32 Millionen Hektar zwischen 2010 und 2015.
  • 23 Prozent der Landfläche des Planeten sind ökologisch heruntergewirtschaftet und können nicht mehr genutzt werden.
  • 300–400 Millionen Tonnen Müll landen jährlich in den Gewässern der Erde. Der Zustand der Gewässer hat sich seit der Industrialisierung um ca. 60 % verändert.
  • Seit Beginn der Industrialisierung hat die Menschheit 75 % der bestehenden Landflächen verändert.
  • Rückgang der globalen Biomasse der wild lebenden Säugetiere um 82 %. Nun kommen 96 % der Säugetierbiomasse von Menschen und ihren Nutztieren. (1)

Die Hauptursachen dafür sind laut Zustandsbericht:

  • Platz 1: Der menschliche Flächenbedarf ist rasant gewachsen. Dadurch entziehen wir den anderen Arten ihren Lebensraum. Wälder werden für die Landwirtschaft gerodet, beispielsweise für Rinderweiden in Südamerika und für Ölpalm- Plantagen in Südostasien.
  • Platz 2: Die Übernutzung der Natur durch den Menschen an Land und im Wasser. Die Überfischung in immer mehr Meeresregionen ist der Hauptgrund für den Artenschwund in den Ozeanen. Viele Meeresbewohner werden schneller gefangen als sie sich vermehren können.
  • Platz 3: Klimawandel
  • Platz 4: Umweltverschmutzung

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Green Deal in Gefahr? Corona spaltet die Wirtschaft

Leopoldina Prinzip der Nachhaltigkeit

Green Deal in Gefahr? Corona spaltet die Wirtschaft

Liebe Leserin, lieber Leser,

hast Du schon vom Europäischen Green Deal gehört? Die gesamte europäische Wirtschaft soll nachhaltig werden. Aus meiner Sicht ist das ein großartiger Plan. Er wurde von der EU-Kommission am 11.12.2019 vorgestellt, also noch vor der Corona Pandemie. Mit diesem Konzept sollen bis 2050 in der EU die Treibhausgas-Emissionen auf Null reduziert werden. Europa soll als erster Kontinent klimaneutral werden.

Der Green Deal umfasst Maßnahmen in allen Wirtschaftsbereichen, wie Finanzierung, Energieversorgung, Verkehr, Handel, Industrie sowie Land- und Forstwirtschaft. Das bisherige Ziel, die CO2-Emissionen der EU bis 2030 um 40 Prozent zu reduzieren, soll auf eine Reduktion um 50 bis 55 Prozent verschärft werden. Hierzu sollen die EU-Mitgliedsstaaten bis 2023 ihre Klimapläne entsprechend anpassen. 100 Milliarden Euro sollen zudem bei der Umstellung auf eine emissionsfreie Wirtschaft an besonders betroffene Länder fließen. Erste Gesetzesinitiativen zu einer höheren Bepreisung fossiler Energieträger sowie verschärften CO2-Grenzwerten sollen in 2020 folgen. (1)

Doch in der jetzigen Corona Krise zeigen Unternehmen völlig konträre Reaktionen. Ein Teil der Wirtschaft versteht die Corona Krise als Weckruf für eine nachhaltige Wirtschaft – und sagt „Ja“ zum Green Deal. Leider gibt es aber auch Unternehmen, die nun behaupten, sich den Green Deal mit strengen Klimaauflagen aufgrund von Corona nicht mehr leisten zu können.

Mir sträubten sich die Nackenhaare beim Lesen des tagesschau.de Artikels „Wirtschaft stellt Green Deal infrage“ vom 27.4.2020:

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Heute ist Earth Day – Wie Du am Tag der Erde mit der Natur kooperieren kannst

earth day am tag der erde mit der natur kooperieren

Das ist mein Treedom Kakaobaum „Theo“, gepflanzt in Kamerun am 27.01.2020.

Heute ist Earth Day – Wie Du am Tag der Erde mit der Natur kooperieren kannst

Liebe Leserin, lieber Leser,

heute am 22.4.2020 ist „Earth Day“. Wir dürfen unseren wunderbaren Planeten Erde würdigen und feiern. Seit 1990 wird der Tag der Erde weltweit von Millionen von Menschen auch als Umweltaktionstag genutzt. (1)

Ein Teil der Menschen feiert die Erde. Doch manche Menschen denken in Zeiten von Corona, dass uns die Natur feindlich gesinnt sei, uns sogar mit dem Corona-Virus bekämpfen will. Ich habe ein völlig anderes Bild von der Natur: Sie ist uns freundlich gesonnen, möchte mit uns kooperieren und in friedlicher Koexistenz bestehen.

Statt dessen ist die Natur weltweit schwer in Bedrängnis, durch zerstörerische Aktivitäten von Menschen. Die aufeinander abgestimmten natürlichen Ökosysteme der Erde geraten immer mehr aus der Balance.

Besonders der Artenschwund bei Tieren und Pflanzen ist immens und nimmt weiter zu. Der „Living Planet Index“ des World Wildlife Fund bezifferte durch Untersuchungen ausgewählter Populationen, dass die Artenvielfalt auf der Erde zwischen 1970 und 2010 um 52 Prozent gesunken ist. (2)

Wie können wir heute am Tag der Erde – und natürlich auch in der Zeit danach – mit der Natur kooperieren? Das geht ganz einfach. Du kannst – vom Schreibtisch aus – die Erde und ihre Artenvielfalt mit genial einfachen Aktionen unterstützen.

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